Schamanismus

Über die Bezeichnung Schamanismus

Schamanismus gibt es auf dieser Erde überall unter den Naturvölkern. Die Bezeichnung kommt aus dem russischen Sprachraum und gilt als Oberbegriff für Menschen, die bei Naturvölkern besondere Ämter bzw. Funktionen haben. Man kennt sie am ehesten als Medizinmänner der indianischen Kultur, aber auch als Seher, Priester und Heiler bei zahlreichen anderen Völkern. Sie sind auserwählt, eine Gemeinschaft in bestimmten Angelegenheiten zu führen. So kümmert sich der Medizinmann um die Kranken, der Seher um die Deutung der Naturerscheinungen für die Zukunft und die Priester um das seelische Wohl seiner Schützlinge. Sie begleiten das Volk als weise Männer und Frauen. Da es unter den verschiedenen Völkern große Unterschiede gibt, könnte man sagen, dass allen gemeinsam der Schamane ein Mensch ist, der besondere Fähigkeiten entwickelt hat, die ihm ermöglichen, nicht materielle Bereiche unseres Daseins zu erforschen. Er kennt sich darin aus, kann damit umgehen und kann daraus Schlüsse ziehen. Das bedeutet, dass der Schamane in diesen nicht materiellen Welten sich bewegen kann, indem er in andere geistige Welten eindringen kann, was den meisten Menschen zunächst nicht möglich ist. Er pflegt viele Kontakte in geistige Welten und ist es gewohnt, mit ihnen zu kommunizieren. Er ist es also gewohnt, andere Welten zu bereisen und von dort Informationen für sich, für Kranke, für Hilfe Suchende und für die ganze Gesellschaft mitzubringen. Wie das im Allgemeinen aussieht und mit welchen Hilfsmitteln er arbeitet, ist von Kultur zu Kultur zwar sehr unterschiedlich, trotzdem gibt es viele Gemeinsamkeiten wie z.B. die Trommel oder die Rassel als Begleiter auf diesen Reisen.

 

Wie wir damit umgehen können: 

Erst wenn wir zulassen und anerkennen, dass es nicht nur eine materielle, sondern auch eine geistige Welt gibt, in der sich z.B. auch Gott befindet, können wir auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die in solche Welten vordringen und sie bereisen können. So gibt es Menschen, die z.B. Kontakte zu Verstorbenen aufnehmen können oder durch Nahtoderlebnisse Dinge sehen konnten und plötzlich in Welten gezogen wurden, die uns im Alltag nicht geläufig sind. So liegt es an jedem selbst, ob er sich dem Gedanken hingeben kann, dass wir mehr sind als unser Körper und dass mehr existiert als das Materielle. Dazu möchte ich noch den Gedankenanstoß geben, dass unsere Physiker schon längst verstanden haben, dass Energie nicht verloren gehen kann. Es gibt nichts in unserer Welt, das nicht aus Energie besteht und das nicht ein Fortbestehen hat — auch nicht nach dessen Zerstörung. Also jeder Partikel wird immer und immer wieder eine neue Gestalt annehmen. Nehmen wir Wasser als Beispiel, das sowohl den Zustandsbereich des Festen als auch des Flüssigen und Gasförmigen annehmen kann. So verhält es sich auch mit jedem anderen Stoff auf unserer Erde—nichts vergeht wirklich, es nimmt nur eine andere Daseinsform an. Daraus lässt sich auf natürliche Weise ableiten, dass jeder, der diese Erde verlässt, auf jeden Fall eine neue Daseinsform annehmen muss. Da Verstorbene für unser Auge nicht mehr sichtbar sind, könnte man sagen, dass sie sich fortan in einer anderen Welt befinden. Der Christ kennt davon zwei: Himmel und Hölle. Schamanen sind Menschen, die solche Welten bereisen können. Welten, in die wir erst vordringen können, wenn wir den materiellen Körper verlassen haben.

  

Schamanismus und Christentum:

Der Schamane ist ein Mensch, der sich in den Dienst der Gemeinschaft stellt. Er kümmert sich um Belange wie Krank sein und Heilung, friedliches Zusammenleben, die Sprache der Natur verstehen und deuten, die Förderung des Zusammenspiels zwischen Mensch und Natur und die Pflege der seelischen Bedürfnisse. Schamanismus steht nicht im Gegensatz zu unserem christlichen Glauben und Glaubensverständnis. Probleme können nur dann entstehen, wenn das Eine das Andere nicht kennt. Die spirituellen Handlungen von Naturvölkern, die wir Religion nennen, wurden in der Vergangenheit immer wieder verteufelt aus dem einen Grunde: nämlich der Unkenntnis. Naturvölker wurden immer als „Wilde“ abgestempelt, weil man ihre Rituale nicht verstand. Wer sich aber die Mühe macht, näher hinzuschauen, versteht schnell, dass wir im Grunde alle nur dem Einen dienen, nämlich dem Göttlichen Einen. Es gibt einen Schöpfer und einen Erschaffer dieser Welt. Doch die Vielfalt seiner Erscheinungsformen sehen wir an den unzähligen bunten Völkern dieser Erde. Welchen Namen wir dem Einen geben, ist unwichtig—schließlich sprechen wir ja nicht alle die gleiche Sprache—viel wichtiger ist, dass wir alle dem Einen dienen. So viele Gesichter wie es Menschen auf dieser Erde gibt, so viele Gesichter hat auch Gott. Und so wie der Christ mit den Heiligen kommuniziert, so kommuniziert der Schamane mit den Ahnen. So wie der Christ den Rosenkranz trägt, so trägt der Schamane ein Amulett. So wie der christliche Priester seine Robe trägt, kann der Schamane eine bestimmte Kleidung tragen, die ihn mit dem Göttlichen verbindet. So wie der Christ Weihwasser benutzt, kann der Schamane ein anderes heiliges Wasser benutzen. So wie in den christlichen Kirchen der Weihrauch duftet, duftet bei dem Schamanen z.B. der Salbei. So wie der Priester als Vertreter des Göttlichen gilt, so ist der Schamane ein Mensch, durch den das Göttliche spricht. Der Christ betet, der Schamane auch. So wie der Priester das Symbol des Kreuzes nutzt, so nutzt der Schamane auch bestimmte Symbole. So wie der Priester seine Schützlinge segnet, segnet auch der Schamane seine Schützlinge. Wir dienen alle dem Einen. Übrigens: schwarze Schafe, das wissen wir alle, gibt es überall auf unserer Welt—auch da gibt es kaum Unterschiede.

Hiermit möchte ich das Christentum keinesfalls herabwürdigen, im Gegenteil—ich bin absolut überzeugte Christin! 

Mir liegt jedoch am Herzen, die Gleichheiten aufzuzeigen anstatt zu entzweien.

 

Schamanismus und Medizin: 

Wenn es um den Bereich Krankheit und Gesundwerdung geht, könnte man auch hier Vergleiche zwischen der westlichen Medizin und dem Schamanismus ziehen. Auch ein Arzt trägt eine besondere Kleidung, nämlich Weiß. Weiß ist die Farbe, die alle anderen Farben in sich vereint - sie steht für Vollkommenheit. Auch Ärzte, so könnte man meinen, bewegen sich in anderen, für Laien nicht zugänglichen Welten, wenn sie ihre „Geheimsprache“ Latein benutzen. Das Amulett des Arztes ist das Stethoskop, das er symbolisch um seinen Hals trägt. Auch weiß jeder Arzt   dass es kein Hokuspokus ist, dass er schon allein durch seine Erscheinung beim Patienten einen positiven Einfluss auf die Gesundwerdung ausübt, unabhängig von einer Therapie. Beispielsweise führt in Notfallsituationen das Eintreffen des Arztes oft zur sofortigen Beruhigung des Patienten. Dass die Natur Ursprung allen Seins ist, zeigt sich darin, dass alle schulmedizinischen Medikamente einmal aus der Natur hervorgegangen sind: Penicillin ist z.B. ein Schimmelpilz. Übrigens, viele schulmedizinische Therapien sind wissenschaftlich bis heute nicht nachgewiesen und werden trotzdem den Menschen verabreicht, obwohl man oft gar nicht weiß, wie und warum sie wirken. Dass Placebo eine Wirkung zugeschrieben werden kann, obwohl es sich um reine Scheinmittel handelt (also tatsächlich Hokuspokus!), dürfte mittlerweile ausreichend bekannt sein, deshalb möchte ich hier nicht näher darauf eingehen.

Hiermit möchte ich Ärzte keinesfalls herabwürdigen, ich schätze ihr Können sehr! 

Nein, es geht nur allein darum, dass auch die Medizin Ähnlichkeiten zum Schamanismus aufweist, obwohl das Eine als wissenschaftlich und das Andere als unwissenschaftlich dargestellt wird. Dazu bleibt nur zu sagen: wer heilt, hat recht! Egal, ob es sich um einen Arzt, Heilpraktiker, Schamanen, Geistheiler oder einen sonstigen Menschen handelt, der an der Gesundwerdung eines kranken Menschen beteiligt war. 

Schamanismus bedeutet die Herausforderung an unseren Geist, uns hinzugeben an das Unbekannte, an das Fremde, das nicht Erforschte. Schamanismus bringt uns mit dem Unbekannten, mit dem Unbewussten und den tiefsten Ängsten in Kontakt. Schamanismus sorgt dafür, dass wir geerdet sind und uns mit der Natur verbinden und lehrt uns die Hingabe an das Göttliche und das Vertrauen in die geistige Welt.

Aho !